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Irland: das Potenzial der EU-Mitgliedschaft nutzen

Irland: das Potenzial der EU-Mitgliedschaft nutzen

Seit Irland im Jahr 1973 der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) beigetreten ist, hat sich das Leben der Iren markant verbessert. Insbesondere unsere Mitgliedschaft im Europäischen Binnenmarkt hat die heimische Wirtschaft zu einem Vorreiter der Offenheit gemacht und eine Reihe von Wirtschaftspartnerschaften ermöglicht. Sie hat uns geholfen, Irland zu einem attraktiven Ort für Investoren zu machen; gleichzeitig wurde die finanzielle Unterstützung durch die EU effizient eingesetzt, um eine moderne Infrastruktur und ein hervorragendes Bildungssystem landesweit zu gewährleisten. Der traditionell starke irische Lebensmittelsektor ist heute einer der Motoren des Wachstums im 21. Jahrhundert, während Innovation und Forschung das Rückgrat unserer vom Unternehmergeist geprägten Wirtschaft bilden.

Heute genießen die Menschen in Irland − größtenteils dank der 40-jährigen EU-Mitgliedschaft − bessere Bildungsmöglichkeiten, erheblich verbesserte Verkehrsnetze, eine sauberere Umwelt sowie verbesserte und billigere Mobilität innerhalb der EU (von Flugpreisen bis zu Roaming-Gebühren). Diese und andere Vorteile werden 2013 im Rahmen des Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger hervorgehoben.

Finden Sie heraus, wie jede Grafschaft Irlands durch die EU verändert wurde. Die EU ist wichtig, für alle von uns.

1.     Wirtschaft und Arbeitsplätze

Der Binnenmarkt

Der Binnenmarkt ist eine der größten Leistungen der EU. Beschränkungen für Handel und freien Wettbewerb unter den Mitgliedsstaaten wurden beseitigt. Alle Grenzkontrollen für Güter in der EU wurden abgeschafft ebenso wie Zollkontrollen für Personen. Die gegenseitige Anerkennung von Bildungs- und Berufsqualifikationen hat sich verbessert. Mit irischen Qualifikationen steht Ihnen ganz Europa offen.

EU-Bürger können in jedem Mitgliedsstaat leben und arbeiten, wodurch irischen ArbeitnehmerInnen zusätzliche Möglichkeiten und Arbeitsplätze zugänglich sind.

Der Binnenmarkt hat auch neue Chancen für irische Unternehmen eröffnet, ihnen geholfen, über den traditionellen britischen Markt hinauszudenken und ihre Exporte auf einen größeren und dynamischen EU-Markt auszurichten. Irische Unternehmen haben ungehinderten Zugang zu einem Markt von über 500 Millionen Menschen. Geschätzte 700.000 Arbeitsplätze wurden in Irland seit 1973 geschaffen, das Handelsvolumen hat sich verneunzigfacht. Dank Handelsabkommen der EU können irische Exporteure auch billig in globale Märkte exportieren, so etwa nach Südkorea, Südafrika und Mittelamerika.

 

Der Kohäsionsfonds

Zum Zeitpunkt unseres Beitritts im Jahr 1973 war Irlands Wirtschaft noch klein und die landwirtschaftlich dominierte Wirtschaft war stark vom Handel mit unseren nächsten Nachbarn Großbritannien abhängig. Die Mitgliedschaft brachte für Irland auch Zugang zu finanzieller Unterstützung aus Strukturfonds. Irland hat stark in den Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur investiert, eine wichtige Basis für die rasche Entwicklung von Unternehmen und Exporten. Einige irische Regionen haben auch vom Kohäsionsfonds profitiert: gezielte Investitionen in die Regionalentwicklung für eine Verbesserung des Lebensstandards und landesweite Entwicklung.

Die Landwirtschaft

Als Irland 1973 der EWG beitrat, war die Landwirtschaft der bedeutendste Wirschaftsfaktor im Land mit über 40% Anteil am Gesamtexport, welcher vor allem nach Großbritannien als dem dominierendem Exportmarkt floss. Während irische Exporte sich während der 40 Jahre unserer Mitgliedschaft stark diversifiziert haben (16% aller Warenexporte gehen heute nach Großbritannien im Vergleich zu 55% im Jahr 1973), ist die Landwirtschaft noch immer ein Schlüsselsektor der irischen Wirtschaft.

In den letzten Jahren war die Landwirtschaft einer der wichtigsten Motoren für die Erholung und das Wachstum der Wirtschaft; sie ist heute moderner geworden, um dem Wettbewerb auf dem neuen, erweiterten europäischen und globalen Markt bestehen zu können. In den Jahren 2007 bis 2011 konnte Irland einen Handelsüberschuss von 9 Milliarden Euro im Austausch von agrar- und ernährungswirtschaftlichen Waren mit unseren EU-Handelspartnern erwirtschaften. Im Jahr 2011 stammten 11% des Gesamtexports aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie dem Getränkesektor.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) hat vielen Landwirten lebensnotwendige Unterstützung gebracht, dank derer sie ihre landwirtschaftlichen Betriebe erweitern, ihre Ausrüstung modernisieren und spezielle Ausbildungen finanzieren konnten. Die EU-Mitgliedschaft hat Irland auch Zugang zu einem riesigen barrierefreien Binnenmarkt mit einer halben Milliarde Verbrauchern für unsere landwirtschaftlichen Produkte gebracht.

Weiterer Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der staatlichen Agentur für Lebensmittelexporte Bord Bia.

Forschung und Entwicklung

Irland hat sich international einen Namen für Forschung und Innovation gemacht durch effektiven Einsatz von über 400 Millionen Euro an EU-Mitteln aus dem 7. Rahmenprogramm und dem Forschungs- und Entwicklungsfonds. Irische Forscher sind an hochrangigen pan-europäischen Forschungsprojekten beteiligt, die sich einigen der weltweit größten Herausforderungen stellen, von der Krebsforschung bis zum Ausbau einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Klein- und Mittelunternehmen (KMUs) waren besonders erfolgreich bei der Einwerbung von EU-Forschungsgeldern und im Ländervergleich haben mehr irische KMUs Förderungen aus dem 7. Rahmenprogramm erhalten als alle anderen Mitgliedsstaaten. 

Digitale Agenda für Europa

Irland konnte sich als ein Zentrum der europäischen digitalen Wirtschaft positionieren (9 der 10 weltweiten Spitzenunternehmen sind in Irland vertreten). Die Digitale Agenda für Europa ist ein EU-Programm mit dem Ziel, die europäische Wirtschaft neu zu beleben und europäischen Bürgern und Unternehmen größtmöglichen Nutzen aus digitalen Technologien zu ermöglichen. Sie ist eine Leitinitiative der EU-Strategie Europa 2020 zur Entwicklung von intelligentem, nachhaltigem und integrativem Wachstum. 

Frauen am Arbeitsplatz

Gendergerechtigkeit ist ein grundlegendes Element der EU-Gesetzgebung. Die europäische Gesetzgebung über die Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz hat sichergestellt, dass irische Männer und Frauen das Recht auf gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit haben, am Arbeitsplatz gleich und fair behandelt werden und dass Frauen das Recht auf Mutterschaftsurlaub erhalten. Die EU hat einen realen Einfluss auf irische Frauengehabt. Wichtige Errungenschaften sind die Zunahme des Frauenanteils an der Gesamtzahl der Arbeitskräfte von 34% im Jahr 1973 auf 56% im Jahr 2011 und der Abbau des geschlechtsspezifischen Lohngefälles. Im Jahr 1973 lag der Durchschnittsverdienst von Frauen bei 47% des Wertes für Männer, heute sind es 86% und Irland liegt damit über dem EU-Durchschnitt. Das Ziel ist noch nicht erreicht, aber Irland hat ein gutes Stück des Weges in die richtige Richtung bereits zurückgelegt.
                                                             

Arbeitnehmerrechte

Jeder irische Staatsbürger hat das Recht in jedem EU-Mitgliedsstaat zu leben, arbeiten, studieren oder sich dort zur Ruhe zu setzen. Die EU hat mitgeholfen, die Arbeitnehmerrechte zu schützen und zu verbessern dank einer Reihe von Richtlinien zu Themen wie Arbeitszeiten und Beschäftigungsverträge. 

Europäischer Sozialfonds

Der Europäische Sozialfonds (ESF) fördert die Schaffung zusätzlicher und hochwertigerer Arbeitsplätze in der EU mittels Kofinanzierung von nationalen und lokalen Projekten zur Verbesserung des Beschäftigungsniveaus, der Qualität von Arbeitsplätzen und der Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Seit dem EU-Beitritt Irlands hat der ESF 6 Milliarden Euro in Aus- und Weiterbildung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Irland investiert. Diese Mittel wurden mit großer Wirkung in den verschiedenen Regionen Irlands eingesetzt, um den Zugang der Allgemeinheit zu höherer Bildung zu verbessern.

Arbeitsplätze in der EU

Es gibt auch viele aufregende Arbeitsmöglichkeiten für irische Staatsbürger in den Institutionen der EU und neue Stellen für qualifizierte Arbeitnehmer als Übersetzer, Dolmetscher und Rechts- und Sprachsachverständige in Irisch. Die Webseite für EU-jobs stellt Informationen über die derzeit vorhandenen Stellenangebote zur Verfügung.  Zusätzliche Informationen über Karrieren und Leben in Brüssel gibt European Movement Ireland in seinem Green Book heraus.

2.     Bildung

Die EU finanziert eine Reihe von Initiativen und Projekten im gesamten Bildungsbereich, von der Grundschule bis zur Universität, und hilft damit auch, einen der wichtigsten Aktivposten für Irland zu schaffen: unsere junge, gut ausgebildete und fachlich erfahrene Erwerbsbevölkerung.

Das Erasmus-Programm ist das wichtigste Programm der EU für Bildung und Ausbildung; es ermöglicht Studierenden den Studienaufenthalt an einer Universität im europäischen Ausland. Rund 200.000 Studierende nehmen jedes Jahr an dem Programm teil, 2.000 davon stammen aus Irland. Erasmus hat irische Wurzeln: Das Programm wurde im Jahr 1985 vom ehemaligen irischen EU-Kommissar Peter Sutherland ins Leben gerufen. The Real Erasmus Blog bietet Einblicke in die Erfahrungen von irischen Teilnehmern am Erasmus-Programm.

Erasmus für Alle, ein Programm, das die verschiedenen EU-Maßnahmen für Aus- und Weiterbildung, Jugend und Sport zusammenführt, ist eine der Prioritäten für die irische Ratspräsidentschaft 2013.

Das EU-Programm "Jugend in Bewegung", ein Teil der Strategie Europa 2020, beinhaltet eine große Bandbreite von Aktionen, durch die Bildung und Ausbildung für junge Menschen relevanter werden sollen und mehr von ihnen ermuntert werden, die EU-Förderungen für Studien- oder Ausbildungsplätze in anderen EU-Ländern in Anspruch zu nehmen.

3.     Reisen und freier Personenverkehr

Die EU hat bereits viele der Hindernisse beseitigt, die irischen Bürgern die freie Bewegung innerhalb der EU früher schwer gemacht haben. Die Beseitigung von Grenzkontrollen [D1]  hat die ungehinderte Bewegung innerhalb Europas erleichtert.

Europäische Krankenversicherungskarte

Die Europäische Krankenversicherungskarte ermöglicht allen irischen Bürgern, die auf Reisen innerhalb der EU erkranken oder einen Unfall haben Zugang zu medizinischer Versorgung und deckt deren Kosten ab. Sie wurde im Rahmen der irischen EU-Ratspräsidentschaft 2004 eingeführt.

Flüge

Dank gesetzlicher Vorschriften der EU über die Liberalisierung des Transportsektors (nach Reformen im Flugverkehr durch den irischen EU-Kommissar Peter Sutherland in den 1980ern) sind Reisen innerhalb der EU heute für EU-Bürger deutlich billiger geworden. Die Rechtsvorschriften zum einheitlichen europäischen Luftraum beschränkt auch wettbewerbsfeindliche Preispolitik. EU Gesetzgebung über Rechte von Flugpassagieren geben mittlerweile Passagieren die Möglichkeit, Ausgleichsleistungen für verspätete oder abgesagte Flüge zu verlangen.

Roaming

Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes und ein gesetzliches Limit für Roaming-Gebühren in den EU-Mitgliedsländern haben die Gesprächskosten für irische BürgerInnen signifikant reduziert: Irland war einer der ersten Mitgliedsstaaten, die sich zu Beginn des neuen Jahrtausends stark für diese Maßnahmen eingesetzt haben.

 

Währung

17 Mitgliedsstaaten haben heute den Euro als gemeinsame Währung, wodurch dem Handel im Euro-Raum Wechselkurs-Sicherheit garantiert wird und Touristen komfortabler reisen können.

4.     Verbraucherrechte

Die EU bietet Schutz für Verbraucher, die innerhalb der EU-Grenzen einkaufen. Das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) bietet Verbrauchern kostenlose Information und Beratung sowie Unterstützung im Falle von Rechtsstreitigkeiten mit Unternehmen aus anderen Mitgliedsstaaten. Die EU-Einrichtung SOLVIT bietet kostenlose Beratung für Unternehmen, die mit einem grenzüberschreitenden Aspekt Probleme haben, welche durch schlechte Anwendung von EU-Gesetzesvorschriften durch öffentliche Institutionen der EU zu tun haben.  

5. Umwelt

 

Die europäische Umweltgesetzgebung hat zu einer deutlichen Verbesserung der irischen Umwelt geführt. Ungeklärte Abwässer werden nicht mehr ins Meer abgeleitet. Die marine Fauna und Flora der irischen Küstengewässer hat sich dank sauberer Gewässer und Strände gut erholt. Vorschriften über das Abfallmanagement und Gelder aus dem Kohäsionsfonds haben zu Investitionen in Entwässerungsprojekte und größere Sicherheit bei der Müllbeseitigung geführt. Dies hat nicht nur zu einer besseren Umwelt geführt, sondern auch neue Arbeitsplätze geschaffen.